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Gedanken am Sonntag

Sonntag ist immer Gedanken Hochburg Tag. Selbst wenn ich mich total verausgabt habe, finde ich abends noch genügend Zeit zum analysieren und verrückt machen für die nächste Woche.
Meine Gedanken kreisen wieder um meine Freundin, die Krebs hat. Nachdem mich diverse Leute wieder von meinem hysterischen Zustand zu einem halbwegs alltagstauglichen zurückgeholt haben, ist es nicht mehr ganz so schlimm daran zu denken. Ich mag es nicht hilflos zu sein.
Mir graut vor nächster Woche. Meiner Freundin steht ein Ärzte Marathon bevor und ich will ihr nicht auf die Nerven gehen und sie die ganze Zeit fragen, ob sie was braucht. Ich glaube, es gibt für einen Krebs Patienten nichts schlimmeres als die Frage, wie es geht? Wie soll es denen gehen? Scheiße, weil Chemo im wahrsten Sinne des Wortes zum Kotzen ist?
Ich klinge verbittert. Bin ich irgendwie auch. Weil ich mich mit meinen Gedanken am Sonntag allein fühle.
9.11.14 21:22


Mies

Das Schicksal ist mies - nicht erst seit dem Roman von John Green bzw. der Verfilmung davon.
Es ist Sonntag und ich habe Zeit. Zeit zum Grübeln, zum Gedanken machen, zum Verrückt-werden. Dies ist kein schöner Beitrag, sondern ich schreibe mir von der Seele. Die ist gerade ziemlich entsetzt. Sie schreit. Was mich so aus der Fassung bringt? Hilflosigkeit. aber ich greife vorweg.

Ich war gestern auf einem Geburtstag eingeladen. Dort waren auch viele von meinem Abitur Jahrgang. Mein engster Freundeskreis. So eng er für einen verschlossenen Menschen sein kann. Eine Freundin von mir druckste dort etwas herum. Sie sei anschlagen, sie wolle nicht lang bleiben. Nach dezentem Drängen meiner direkten Art, sagte sie mir im Vertrauen, dass sie letzte Woche die Diagnose Brustkrebs erhalten hat. Sie wird diese Woche operiert. Danach muss sie in Chemotherapie. Morgen hat sie ein Termin in Heidelberg, um sich über Eizellenentnahme zu informieren, damit ihr die Chemo, das nicht auch nimmt. Ich habe versucht ihr Mut zuzusprechen. Mut den ich privat in meinem stillen Kämmerlein nicht habe, da ist die pure Verzweiflung. Sie ist soooo jung. Sie hat so viele Pläne. Es trifft die Falschen.
Ich habe schon zu viele, liebe Menschen an diese Krankheit verloren. Ich empfinde Krebs als ein Biest, dass mit der Hoffnung von Leuten spielt. Hoffnung, sie könnten dem Tod von der Schippe springen und dann nach diversen Versuchen doch scheitern.
Es klingt alles so depressiv und negativ was ich schreibe, so will ich nicht sein. Aber wie macht man einem Menschen, der mit so einer Diagnose gestraft ist Mut, wenn man selbst nur negative Erfahrung damit gemacht hat? Ich habe es jedenfalls versucht, ich kenne das Krankenhaus und die Ärzte, die sie wahrscheinlich betreuen werden und habe ihr gesagt, dass eine frühe Diagnose gut ist, da man frühzeitig handeln kann. Ich klammere mich daran wie ein Ertrinkender. Meine Probleme kommen mir seit gestern banal und klein vor. Ich würde gern helfen und weiß doch, dass ich ihr die Last der Operation und der anschließenden Therapie nicht nehmen kann. Ich sehe sie wie ein Opferlamm auf einer Schlachtbank und der Metzger heisst Krebs. Ich stehe gegenüber mit gefesselten Händen und schreie so laut ich kann - doch keiner hört mich, weil uns eine Glasscheibe, wie in einem Verhörraum trennt. Und da ist sie wieder, die unbändige Wut und die Hilflosigkeit.
2.11.14 20:13


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