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Morpheus

Ich stelle mir gerade vor wie es nachts um 2 Uhr an der Haustür klingelt. Da ich nicht will, dass Mitbewohner geweckt werden, öffne ich schnell die Tür.
Am Türrahmen lehnt ein attraktiver Mann in tief sitzenden Jeans und einem weissem Hemd, dessen Ärmel hochgekrempelt sind. Er ist barfuß, so dass ich vermute, dass er sich bestimmt Salz, Eier oder Kaffee borgen will. „Kann ich helfen?“ frage ich ihn und schaue gleichzeitig besorgt an mir herab, weil ich das legere Outfit meines Gegenübers nicht mal im Ansatz widerspiegeln kann. Immerhin habe ich meine Knirsch Schiene nicht an. „Die Frage ist wohl eher, was kann ich für dich tun?“ antwortet der Unbekannte in dem Wohnflur. Ich schaue ihn verwirrt an und habe Angst, dass sich mein Freundeskreis dazu entschlossen haben könnte mir ein Stripper zu schicken. „Nein, danke kein Interesse“ stottere ich und werfe die Tür ruckartig zu.
Doch bevor sie zufallen kann, schiebt der Mann seine Hand dazwischen und drückt sie wieder auf. Er verdreht die Augen und murmelt vor sich hin: „immer diese Single Weiber. Ständig dasselbe Problem mit denen. Sie können nicht flirten, sie wollen emanzipiert sein, aber laufen mit Snoopy Pyjamas durch die Gegend und öffnen fremden Männern die Tür.“
Völlig überrumpelt von dem Mann der nun vor mir steht, bin ich im Begriff laut zu schreien. Er packt mich jedoch und hält mir die Hand vor den Mund. „Ich werde dir nichts tun, verstanden?“ raunt er mir ins Ohr. Ich zappele in seinen Armen und beiße so fest ich kann auf seine Finger. Emanzipiert kann ich, denke ich stolz, als ich Blut schmecke. Der Unbekannte flucht und nimmt seine Hand von meinem Mund und drückt mich mit seinem Körper gegen die Garderobe hinter mir. Meine Hände hat er mit der anderen Hand über meinem Kopf fixiert.
„Was willst du? Ich habe kein Geld.“ pipse ich zwischen Wintermänteln meinem Widersacher entgegen. „Ich will nichts von dir. Ich mache hier nur meinen Job und im Moment bringst du uns beide um den Schlaf.“ erwiederte er bedrohlich leise. „Du hast die Wahl, ich kann dich mit einem Schal knebeln oder du bist einfach so ruhig?“. Ich nicke ergeben, weil ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann und immer noch nicht weiß, was er vor hat. „Aha, kluges Mädchen“ kommentiert er meine Reaktion. „Ich werde dich jetzt küssen, damit du schläfst. Morgen wirst du dich an nichts mehr hiervon erinnern können.“ Ich starre ihn perplex an und fange an zu lachen: „sind deine Küsse so schlecht?...“ weiter komme ich jedoch nicht, weil er die Augen verdreht, theatralisch seufzt, sich herunterbeugt und mir einen Kuss raubt. Der Kuss ist langsam, fast zärtlich und doch habe ich das Gefühl es ist für ihn Routine. Dennoch lässt er mich sprachlos zurück. Irritiert sieht er zu mir herab „du schläfst nicht?“ stellt er fest. „so langweilig fand ich den Kuss jetzt auch nicht. Vielleicht etwas mehr Technik, aber sonst..“ weiter komme ich mit meiner Erwiderung nicht. Er schaut mich intensiv an und sagt dann, „mehr Technik so so“ und beugt sich wieder herunter. Doch statt mich erneut zu küssen bläst er mir auf einmal Sand ins Gesicht.
Verwirrt schaue ich ihn an. „Was war denn das?“ kommt es mir schleppend über die Lippen. Dann wird mir schwarz vor Augen und ich falle.
Am nächsten Morgen wache ich so ausgeruht auf wie schon lange nicht mehr. Ich schlurfe in die Küche und finde eine benutze Kaffeetasse auf dem Tisch. Daran klebt ein Post-It mit den Worten „Danke für den Kaffee. Ich hoffe, du schläfst jetzt besser. Morpheus“
31.12.18 01:57
 
Letzte Einträge: Mann vs Frau, Das Spiegelbild, Suppentag, Geheim, Lustlos, Verlust


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lifeminder / Website (31.12.18 05:47)
Hallo!

Einfach großartig ausgedacht und geschrieben! - Vielen Dank, deinen Blogeintrag mit diesem besonderen Augenzwinkern zu lesen, hat einfach nur tierischen Spaß gemacht!

Liebe Grüße
Lifeminder


(2.1.19 00:13)
Vielen Dank für das nette Kompliment. Ich habe mich sehr gefreut :-)

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