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Alter Falter

Zuerst das Positive: ich hatte diese Woche Geburtstag. Jetzt das Negative: wieder ein verdammtes Jahr mehr. Ich bräuchte jetzt zur Aufmunterung eine Manager Präsentation. Wieviel Wissenszuwachs hatte ich im letzten Jahr? Wie viele neue Menschen kennengelernt, wie viel Baustellen „abgearbeitet“, was steht noch auf der bucket List? Eine Gewinn-Verlust Rechnung. Denn um es mit Stefan Raab zu sagen: wir haben doch keine Zeit. Seitdem ich keine Eltern mehr habe, kann ich zumindest diesen Rat geben: die Zeit ist ein Biest. Daher kommt keine Minute im Leben wieder. Deshalb richtet das Leben so, dass ihr hinterher nichts bereut. Nur so kann man sich selbst treu bleiben. Ich fühle mich daher wie ein alter Falter. Ich flattere, „zucke“ also noch. Neugeboren sieht aber anders aus. In der morgendlichen Bestandsaufnahme sind immerhin noch keine grauen Haare. Vielleicht werden aber auch zuerst die Augen schlechter, dass ich es einfach nicht sehe? Was also tun im neuen Lebensjahr- am Geburtstag selbst und in der gesamten Woche - war nichts Spektakuläres. Viel Arbeit und noch mehr Arbeit. Das ist nicht schlecht, ich mache meine Arbeit gern. Will ich sie mein ganzes Leben machen? Womöglich, sie wird nie langweilig, ist abwechslungsreich. Wäre da nicht der Gedanke, dass irgendwo noch etwas wartet, dass evtl. noch spannender, noch interessanter, noch wunderbarer ist? Manchmal verfluche ich dieses typische Mensch-sein, das elende Streben nach Höherem. Warum nicht einfach zurücklehnen und abwarten? Ein Faultier entdeckt ja von heute auf morgen auch nicht, dass er schneller den Baum erklettern könnte?Mal gucken wohin die Reise im neuen Jahr geht. Sollte ich erleuchtet werden, werde ich es selbstverständlich bloggen. Wenn ich Pech habe, ist es aber auch einfach nur ein Straßenlaterne, die mich alter Falter in ihren Bann gezogen hat.
12.5.19 21:10


Durst

Es ist so kalt draußen. Wer mich mittlerweile etwas kennt, weiß genau was das für mich bedeutet: Badewanne und Schokolade als Kompensation, um neutral in den Montag starten zu können.

Schokolade gibt es diesmal in Form von Kuchen. Marmorkuchen mit Kokos und Kirschen. Kokosnuss und Kirschen sind ja gesund, von daher der optimale Kuchen, um zu vergessen, dass bald Montag ist. Nur das es nicht klappt.

Mein Hirn ist quasi schon dabei für mich to do Listen für Montag zu erstellen und den Tagesablauf zu planen. Aber eigentlich will ich nicht. Ich möchte im hier und jetzt sein. In meiner Badewanne und zusehen, wie meine Haut langsam schrumpelig wird.

Es wäre toll, wenn es in der Zukunft solche VR Spa Häuser geben würde. Man bekommt eine Brille auf, blendet alles aus und nach zwei Stunden kommt man als neuer Mensch, gesalbt, frisiert, rasiert und aufgehübscht wieder hinaus.

Oder noch besser, man steuert gleich einen Avatar, der für einen zur Arbeit geht mit Krawatte und gebügeltem Hemd, die Präsentation meistert, während man zuhause in Jogginghosen sein Know-how dafür zur Verfügung stellt. Und man bräuchte so ein Maskottchen, eine Art Pumuckl oder Daniel Düsentrieb´s Helferlein. Oder die dunkle Variante in Form vom eiskalten Händchen. Dieses Maskottchen würde uns durch den Arbeitstag begleiten und aufmuntern, wenn es nötig ist. An wichtige Dinge erinnern, sowie auf uns achten.

In meinem Fall würde mir das eiskalte Händchen ein Glas Wasser bringen, abstellen, schnipsen und auf das Glas zeigen, da ich grundsätzlich vergesse ausreichend zu trinken. Oh, jetzt bekomme ich Durst. Wo ist ein eiskaltes Händchen, wenn man es braucht?
5.5.19 17:03


Überraschung

Es regnet heute wieder. Dicke, fette Regentropfen, die auf meine Fensterscheibe klatschen. Unten in der Tiefe sehe ich die Straßenlaternen funkeln. Es ist keine Menschenseele mehr unterwegs. Der Asphalt leuchtet glänzend schwarz. Und doch ist da auf einmal eine Bewegung, ein Schatten, der eben noch nicht da war. Ich warte am Fenster und sehe angestrengt in die Dunkelheit.

Habe ich es mir doch nur eingebildet? Ich warte ab, versuche nicht zu atmen was völliger Blödsinn ist, wo mich hier oben doch niemand bemerkt. Ich fühle mich sicher. Wer sollte mich denn hier oben sehen?

Ich starre angestrengt in die Schatten und warte ab. Dann sehe ich es. Ein Schatten der langsam länger und länger wird bis der Umriss eines Mannes zu erkennen ist. Er schaut direkt hoch zu meinem Fenster. Damit überrumpelt er mich. Er grinst mich an und läuft auf die andere Straßenseite aus meinem Blickfeld. Ich habe ihn noch nie gesehen. Was will er hier?

Plötzlich höre ich Schritte vor meiner Haustür. Wenn es jetzt ein Einbrecher ist? Wenn er die Haustür eintritt, bin ich komplett schutzlos.

Ich renne in die Küche auf der Suche nach einer Waffe. Meine Küchenmesser sind alle stumpf und das Sushi Messer war zu teuer, als es jetzt zu verschandeln. Ich greife mir das Nächstbeste, dass ich in der Besteckschublade finde: den Pfannenwender. Damit ausgerüstet pirsche ich zurück zur Wohnungstür.

Dort angekommen lausche ich angestrengt auf Geräusche aus dem Treppenhaus. Ein Stock über mir höre ich jemanden die Treppe gemächlich runterlaufen. Es wird doch nicht die alte Frau sein, die dort wohnt? Sie backt immer so himmlische Kekse, wenn ihr Neffe zu Besuch kommt. Dann riecht das ganze Haus nach Plätzchen. Sie bringt oft spät abends noch ihren kleinen Hund hinaus. Vermutlich wird das ihr später Spaziergang sein.

Jetzt höre ich Schritte, die sich vom unteren Stockwerk nähren. Oh Gott, ich muss muss irgendwas tun. Ich kann die alte, liebe Plätzchen Frau nicht an den Einbrecher opfern.

Ich öffne meine Tür, verstecke den Pfannenwender hinter meinem Rücken und sehe mich nach dem potentiellen Einbrecher treppabwärts um. Ich höre ihn kommen und mache mich bereit zuzuschlagen.

In dem Moment, wo ich aushole, kommt von unten ein „oh du bist schon da?“ und ich halte erschreckt in der Bewegung inne. Mein Freund steht mit Blumen vor mir. Er sollte aber gar nicht hier sein, da er 500 km entfernt studiert. Ich zupfe verwirrten dem Griff des Pfannenwenders herum und frage ihn: „ was machst du denn hier?“ „Aber Schatz, heute ist doch unser Verlobungstag“ antwortet er als wäre ich völlig begriffsstutzig.

Neben mir taucht die alte Plätzchen Frau auf. „Das ist aber süß, dass du deiner Freundin Blumen bringst.“ kommentiert sie die Szenerie. Mein Freund freut sich, auch wenn er mich immer noch fragend anguckt. „sag mal, was möchtest du mit dem Pfannenwender?“ fragt er mich.

„Äh, ich weiß doch, dass du so gerne Omelette isst und wollte dir eins machen.“ Das freut ihn. Ich freue mich ihn zu sehen, bedanke mich und bringe ihn in meine Wohnung. Ganz beiläufig frage ich ihn, ob er draußen einen Mann gesehen hätte. „Ja“ sagt er prompt, da war ein Postbote, du kannst morgen in der Filiale dein Paket abholen. Hast du dir wieder Schuhe bestellt?“ Ich verdrehe die Augen, zeige mit dem Pfannenwender auf die Blumen und lächle: „Die Blumen sind wirklich hübsch.“ Stolz nickt er, „ja ich habe sie selbst ausgesucht. Du musst unbedingt daran riechen.“

Ich grinse, rieche bedächtig an meinen tollen Blumen und denke, dass die Blumen dieselbe Farbe wie meine neuen Schuhe haben.
27.4.19 18:36


Parabel der Frösche

Ich habe hierletzt eine schöne Parabel über Frösche gelesen, die mich zum Schmunzeln gebracht hat. Daher möchte ich sie weiter streuen, vielleicht gefällt sie euch ja ebenso sehr. Es waren drei Frösche, die fielen in einen Eimer Milch. Die Wände des Eimers waren so glatt, dass sie nicht mehr hinausklettern konnten.Der erste Frosch war sehr pessimistisch und rief: „Oh nein, wir sind hinein gefallen, wir werden alle sterben“. Mit diesen Worten ertrank der Frosch. Der zweite Frosch war Optimist. Er rief aus: „Ich warte einfach ab, es wird schon gut werden“. Damit versank auch er in der Milch. Der dritte Frosch war Realist. „Ich bin ein guter Schwimmer. Ich schwimme so lange ich kann“. So strampelte der Frosch und strampelte und strampelte. Durch die Bewegung wurde aus der Milch Butter, der Frosch konnte aus dem Eimer hüpfen und war gerettet.Ich mag die Geschichte, weil sie zeigt, wenn man nur in sich selbst und seine Fähigkeiten vertraut, ist man nicht verloren.
21.4.19 15:15


Der stille Ort

Es dämmert, langsam neigt sich der Tag dem Ende entgegen. Ich bin am meinem Lieblingsort - im Badezimmer. Nein, nicht auf dem stillen Örtchen, sondern in der Badewanne und sehe zu wie meine Haut langsam schrumpelig wird.

Es gibt Duschtypen und es gibt Badetypen. Ich bin definitiv von letzterer Sorte, da ich nichts bequemer und entspannender finde, als nach getaner Arbeit ins heiße Wasser zu gleiten, die Augen zu schließen und einfach an nichts zu denken.

Letzter Punkt ist dabei eigentlich immer am schwierigsten. „Hab ich den Kater jetzt gefüttert oder nicht?“ wird abgelöst durch „was ziehe ich morgen an?“ und geht über zu „muss ich noch Wäsche aus dem Trockner holen?“

Der Kater lässt sich manchmal dazu herab - anders kann man es gar nicht formulieren - mir Gesellschaft zu leisten. Er knetet dann den Badevorleger mit seinen großen Tatzen, um sich dann dort abzulegen. Begleitet von einem theatralischen Seufzer, bleibt er dort komatös liegen. Ich frage mich dann immer, ob sein Tag in irgendeiner Form härter oder anstrengender war als meiner, was ich nicht so ganz glauben kann. Jedenfalls halten wir den Zustand beide bei, bis das Badewasser kalt wird. Wenn ich aus der Wanne steige ist es für ihn kein Grund seine Schlafposition aufzugeben. Es wird langsam noch genüsslich gegähnt, um dann in die sitzende Position zu wechseln. Dann wird die Flucht angetreten, da er genau weiß, dass der Föhn demnächst in Aktion tritt.

Staubsauger als auch Föhn stehen auf der Todesliste des Katers. Dazu gesellen sich noch die Türklingel und Ansprache von Fremden. Da wird immer die Flucht ergriffen.

Ich wünschte manchmal, ich könnte dieses Verhalten an den Tag legen. Sobald mich jemand auf der Arbeit anspricht wegrennen, mich in sicherer Distanz hinsetzen, böse gucken und statt Fellpflege zu betreiben, aufgebracht meine Frisur überprüfen. Ich glaube, wenn ich das in die Tat umsetze, finde ich mich demnächst an einem sehr stillen Ort wieder.
11.4.19 20:06


Rosinenbrot

Ich habe keine zwei linke Hände und bin stolzer Besitzer des uralt Handmixers meiner Oma. Gestern habe ich mich an Rosinenbrot versucht. Das Rezept klang schlicht - kein Vergleich zum letzten Kindergeburtstag wo es Einhorn Cupcakes sein mussten. Ich habe hier immer noch eine halbe Packung Marshmellows rumfliegen, falls Interesse besteht?

Trotzdem bin ich enttäuscht- jetzt könnte man sagen - klar, sind ja auch Rosinen drin, aber ich mag die. Ich kaufe mir mindestens einmal in der Woche dieses Brot - abgepackt, weil ich dann genau weiß was drin ist. Daher lag es nahe es selbst zu machen und den Supermarkt zu toppen. Nur das jetzt meine Erwartungen an meine eigenen Backkünste etwas getrübt sind. Dem Rezept kann ich auch nicht mal ein Vorwurf machen, weil ich beim Backen dachte „ach komm, mach noch etwas Quark dazu, dann wird es schön luftig.“ und kurze Zeit später „dir schmeckt doch auch Mohn. Mach doch noch Mohn dazu.“ Gesagt getan.

Das Brot schmeckt hm, wie soll man das beschreiben? Mein Test-Esser befand es für gut. „Da wo der Mohn ist, ist es schön süß.“ So und damit trifft es irgendwie auch den Kern. Der Teig schmeckt neutral. Weder süß noch salzig. Da hätte ich auch ein normales Weizenbrot backen können nur das dieses Sonderformat mit Rosinen daher kommt. Jetzt steht dreiviertel meines Rosinenbrotes auf der Küchentheke und ich frage mich, was ich damit anfangen soll.

Essen wegschmeißen kommt nicht in Frage, aber ich grübele darüber nach, ob die Blaumeisen, die heute die Fellflusen des Katers als sehr gutes Nistmaterial befunden haben, auch gehärteten Rosinen nicht abgeneigt wären?
7.4.19 19:17


Schönheit

Vogelgezwitscher weckt mich. Dazwischen kommt ein gedrungener Ruf. Ein klägliches „tschierppp“. Es ist ein Vogel, aber ich kann nicht zuordnen welcher. Ich richte mich etwas in meinem Bett auf, so dass ich aus dem Fenster den Waldrand sehen kann. Es hängt noch der morgendliche Tau in den Gräsern und sie schimmern in der aufgehenden Sonne.

In den Kronen hocken sie. Dicke, schwarze Amseln, die den Tag mit ihrem Gesang begrüßen. Sie klingen zufrieden, frohen Mutes heute den ein oder anderen Wurm zur Strecke zu bringen.

Meine Augen wandern weiter. Woher kommt das störende Geräusch? Welcher Vogel hat da nicht singen gelernt und stört das Frühlingskonzert der Anderen?

Es hat fast etwas lustiges, denn bei jeder Gesangspause der Amseln meldet sich der Unruhestifter und bringt sein „tschierppp“ ein. Nach einer kurzen Gedenkpause - vielleicht auch, um sich zu distanzieren, starten die Amseln erneut.

Wieder suche ich mit meinen Augen nach dem Verursacher des Geräusches. Ich sehe etwas rotes zwischen den grünen Ästen hindurch schimmern. Ein roter Vögel zu dieser Jahreszeit in dieser Gegend? Schnell schlüpfe ich in meine Schuhe, um mir den Urheber aus der Nähe anzusehen. Vielleicht ist es ein entwischter Wellensittich?

Ich laufe mit meinem Pyjama bekleidet mit den Hausschuhen über die nasse Wiese. Ich habe mein Unterfangen wohl nicht zu Ende gedacht, da innerhalb kürzester Zeit meine Füße durchnässt sind. Am Waldrand angekommen, lasse ich meinen Blick wieder suchend durch das Geäst der Bäume wandern. Wieder sehe ich ein Funken rot durch das dichte Blattgrün leuchten. Um besser sehen zu können, drehe ich mich etwas seitwärts, um durch die Blätter spähen zu können. Dann kann ich es erkennen und mir stockt der Atem.

Auf einem dicken Ast sitzt ein Vogel mit einem rot gold schimmernden Brustkorb. Sein Körper ist mit langen seidigen Federn ausgestattet dass wie Perlmutt in allen Farbfacetten strahlt. So ein Vogel habe ich noch nie gesehen.

Auch der Vogel hat mich mittlerweile erblickt und den Kopf schräg gelegt, als würde er mich seinerseits mustern. Ich versuche ihn zu mir locken, indem ich ähnlich krächzende Geräusche mache, wie die, die ich gehört habe. In Gedanken suche ich schon nach einem Namen für diesen Paradiesvogel.

Der Phoenix kommt langsam näher und hüpft von Ast zu Ast. Dabei wippen seine langen Schwanzfedern und schimmern in allen Regenbogenfarben. Dabei behält er mich im Auge genauso wie ich ihn. Ich bin ganz bezaubernd von seinem Anblick. Als er fast auf einem Ast in Augenhöhe ist, strecke ich zaghaft die Hand aus um sein Gefieder zu berühren. Bevor es dazu kommen kann, hackt er blitzschnell auf meine Hand. Ich schreie erschreckt auf und taumele rückwärts. Meine verletzte Hand ziert ein dünner roter Kratzer. „Was hab ich dir getan?“ rufe ich erbost, „dass du mir weh tun musst?“. Der Phoenix blinzelt und richtet sein Federkleid. Dann antwortet er in einer nasalen Stimme: „Du wolltest mich anfassen.“
Ich verdrehe die Augen. „Daran ist doch nichts verwerfliches, du bist wunderschön und ich wollte dich berühren.“ erkläre ich ihm. Doch mein Kompliment beeindruckt ihn wenig. „Schönheit ist vergänglich“ stößt er nur traurig hervor und wendet sich ab. In dem Moment wittere ich meine Chance und will ihn erneut berühren. Sein Gefieder sieht so zauberhaft aus. Wie es sich wohl anfühlen mag?

In dem Moment wo ich ihn berühre zerfällt er zu Staub und verteilt sich unter dem Baum. Irritiert starre ich noch auf meine ausgestreckte Hand. Wie ist das möglich? Betreten gehe ich zwei Schritte rückwärts, um nicht in die Asche zu treten. Ich wollte ihm doch nichts Böses tun, geschweige denn sein Leben beenden. Das habe ich nicht gewollt. Verzweifelt fange ich an zu weinen und setze mich neben die Asche. Der Baum ist jetzt ein Grab. Auch die Amseln sind jetzt verstummt. Es ist ruhig und man hört nur meine unregelmäßigen Schluchzer. Ich wiege mich hin und her und frage mich, wie das passieren konnte. Wie konnte ich erst so etwas Schönes sehen, um es dann wieder sofort zu verlieren?

Plötzlich lässt eine Windböe die Asche neben mir aufwirbeln. Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass das Wetter sich geändert hat. Es ist windig geworden. Ich schaue mich um und merke, dass es nur die Asche ist, die sich durch den Wind bewegt. Alles andere ist ruhig. Gebannt beobachte ich das Schauspiel und sehe wie die Asche immer schneller und schneller durch das Gras wirbelt. Plötzlich werde ich durch ein Licht geblendet. Als ich die Augen wieder öffne sitzt der Phoenix neben mir im Gras.
„Gott, sei dank du bist wieder da.“ stoße ich erleichtert aus.

Der Phoenix erhebt sich in die Lüfte und setzt sich in den Baum. Dann beginnt er zu singen. Es ist nicht vergleichbar mit dem Krächzen zuvor. Er singt so lieblich als hätte er nie irgendetwas anderes getan.
Ich lächele. Aus dem Augenwinkel sehe ich etwas rotes und blicke neben mich. Dort wo der Phoenix wieder geboren wurde liegt eine einzelne rot schimmernde Schwanzfeder. Ich nehme sie an mich und lausche glücklich dem Lied des Phönix.
5.4.19 11:28


Need

I Need to
Be free
I like to be me
Only care about myself
And no one else

I Need to
Calm down
But don’t know how?
Freeze my mind
And be to everyone kind

I Need to
Scream
Because for this pain is no heal
Hiding my tears
Collecting my fears

I Need to
Rest
To be the best
Not showing the touble I’m in
Keeping the bubble rolling

I Need to
Have someone
That tells me everythings okay
Im not crazy, I’m just damaged
And can be repaired
3.4.19 13:38


Bettruhe

Es regnet draußen, der Himmel ist bewölkt. Das Wetter deckt sich mit meiner Stimmung. Bauchweh und Übelkeit mit einem folgenden Arzttermin. Zeit sich selbst zu bemitleiden.

Sogar der Kater kam, beschwerte sich, unternahm einen Versuch sich auf meinen Bauch zu legen, was scheunigst unterbunden wurde. Er liegt jetzt auf meinen Beinen. Ich frage mich woher er diesen Starrsinn hat? Er ist damit genauso vehement wie der Hausmeister Service der die gegenüberliegende Straße säubert - im Regen - mit einem Laubbläser. Scheinbar ist der schon taub oder hat einen einen Perfektionismus zu nicht vorhandenen Blättern im April entwickelt.

Zurück zu meinem Selbstmitleid. Ich habe zwei Ansätze- entweder habe ich mir gestern den Magen verdorben oder ich habe mir eine Magen Darm Grippe eingefangen. Ich hoffe auf ersteres und bin heute früh auf Banane mit Cola als neue Frühstücksvariante umgestiegen. Dazu gab es ein Mittel gegen Durchfall.

Jetzt könnte ich ein paar Brezeln essen, aber der Kater liegt ja auf meinen Beinen. Er schläft - schon wieder. Ich würde auch gern so schnell einschlafen können.

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Katzen immer ein und denselben Gesichtsausdruck haben. Ich glaube mein Kater ist ein Sonderexemplar. Er tut so, als würde er auf meinen Beinen schlafen, aber ich sehe seine Ohren zucken.

Ich glaube, im Moment ist er einfach nur froh, dass ich ihn nicht in den Regen rausschicke. So hören wir beide das Plätschern der Regentropfen auf die Fensterbank und denken uns unseren Teil.
3.4.19 11:03


Sonntag mit Zeitumstellung. Eigentlich freue ich mich. Wir haben jetzt wieder eine Stunde länger vom Tag Licht. Dazu heute noch etwas Sonnenschein. Die Vögel zwitschern was das Zeug hält und haben Frühlingsgefühle. Heute war sogar eine Taube auf Kollisionskurs- ich konnte zum Glück bremsen und das Federvieh hat eine Kurskorrektur oberhalb von meiner Windschutzscheibe vom Auto vorgenommen. Auch das Insektenhaus wurde wieder mit Leben gefüllt, wobei das noch harmlos ist. Jedes Mal,wenn ich vorbei laufe, ist dort Party. Bienen wuseln rum und wissen nicht, ob sie dem Haus oder der ersten Löwenzahnblüte Vorrang geben sollen. Vogelnester gibt es dieses Jahr keine. Ich hoffe das bleibt auch so, weil der Kater sonst wieder seine aktive Seite entdecken könnte. In den letzten Tagen haben wir einige Heckenpflanzen austauschen müssen, da sie den letzten Sommer nicht überlebt haben. Das hat dem Kater sehr gut gefallen, da er die Nacht damit verbracht hat Mäuse in der neu geschaffenen Heckenlücke aufzuscheuchen. Die Mäuse in der Garage hat er leider nicht beachtet. Die haben in den letzten Monaten ihre eigene Party gefeiert, da das Vogelfutter im Plastiksack anscheinend eine gelungene Abwechslung auf ihrem Speiseplan dargestellt hat. Die Sonnenblumenkerne sind zumindest breit gestreut worden und es knirscht jetzt immer, wenn man die Garage betritt. Aufgrund der Zeitumstellung könnte ich jetzt schon wieder schlafen gehen. Vielleicht bin ich dann Montag ausgeschlafen und gewappnet für die nächste Woche.
31.3.19 19:07


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